Eingaben, Einheiten und Datenbasis
Diese Tabelle zeigt, welche Angaben der Rechner verarbeitet, welches Format erwartet wird und welche Grenzen für die Eingabe gelten.
| Eingabe | Format | Bereich | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Nennmaß | Zahlenwert in mm | 0.5 bis 4000 mm | Fließt als eigener Wert in die auf dieser Seite beschriebene Berechnung ein. |
| Toleranzklasse | f – fein · m – mittel · c – grob · v – sehr grob | Auswahlliste | Legt die passende Rechenvariante fest. |
Weiterführende Grundlage: BIPM – Internationales Einheitensystem (SI). Werte, die von Vertrag, Ort, Tarif oder Messung abhängen, tragen Sie selbst ein.
Allgemeintoleranzen nach ISO 2768
Wenn auf einer technischen Zeichnung kein Einzeltoleranzwert angegeben ist, gelten Allgemeintoleranzen nach ISO 2768. Die Toleranzklasse (f = fein, m = mittel, c = grob, v = sehr grob) und das Nennmaß bestimmen die zulässige Abweichung. Je größer das Maß, desto größer die erlaubte Toleranz.
ISO-Passungssystem: Buchstabe + Zahl lesen
Eine Angabe wie Ø20 H7/g6 beschreibt Bohrung und Welle: Großbuchstabe = Bohrungslage, Kleinbuchstabe = Wellenlage, Zahl = IT-Grad (Toleranzweite). H liegt genau am Nennmaß (+), g knapp darunter (−) → Spielpassung zum Drehen/Gleiten. Die wichtigsten Kombinationen:
| Passung | Typ | Anwendung |
|---|---|---|
| H7/g6 | enge Spielpassung | Gleitlager, Führungen |
| H7/h6 | Übergangs-/Schiebesitz | von Hand fügbar, zentrierend |
| H7/k6 | Übergangspassung | Kugellagersitze (leichter Presssitz) |
| H7/s6 | Presspassung | dauerhafte Fügungen (Buchsen, Zahnkränze) |
IT-Grade und Allgemeintoleranzen
- IT-Grade (ISO 286) skalieren mit dem Durchmesser: IT7 bei Ø20 = 21 µm, bei Ø100 = 35 µm. Üblich: IT5–7 Feinmechanik/Lager, IT7–9 allgemeiner Maschinenbau, IT10–13 Guss/Schmieden.
- Ohne Eintrag gilt die Allgemeintoleranz DIN ISO 2768-m: z. B. ±0,1 mm bis 6 mm, ±0,3 mm bis 120 mm, ±0,5 mm bis 400 mm Nennmaß.
- Kostenregel: Jede IT-Stufe feiner verteuert die Fertigung spürbar (Schleifen statt Drehen, 100-%-Messung) – so grob wie möglich, so fein wie nötig tolerieren.
- Temperatur beachten: Stahlwelle Ø50 wächst je 10 °C um ~6 µm – Präzisionsmessung gehört auf 20 °C Bezugstemperatur.
3D-Druck und Toleranzen: die neue Heimwerker-Realität
Mit dem 3D-Drucker sind Passungen im Wohnzimmer angekommen – aber FDM-Druck hält keine H7: Realistisch sind ±0,1–0,3 mm je nach Drucker, Material und Kalibrierung. Praxisregeln für druckbare Passungen: Bohrungen schrumpfen (Loch 0,2–0,4 mm größer konstruieren), Spielpassung 0,2–0,3 mm Luft für bewegliche Teile, Presssitz 0,05–0,1 mm Übermaß (nacharbeiten mit Bohrer/Reibahle). PLA schrumpft wenig (~0,3 %), ABS deutlich (~0,8 %) – Testwürfel drucken und den eigenen Drucker vermessen schlägt jede Tabelle. Wer echte Präzision braucht, druckt Rohteile und reibt/bohrt die Funktionsflächen klassisch nach.
Vollständiges Rechenbeispiel für Toleranzen-Rechner
Für die Einordnung des Toleranzen-Rechner hilft ein vollständiger Probelauf mehr als eine isolierte Formel. Die Tabelle zum Toleranzen-Rechner zeigt jeden verwendeten Beispielwert und die daraus berechnete Ausgabe.
| Eingabe | Beispielwert | Rolle in der Berechnung |
|---|---|---|
| Nennmaß | 50 mm | Beim Toleranzen-Rechner wird „Nennmaß“ als eigenständiger Zahlenwert verarbeitet. Zulässig sind 0.5 bis 4000 mm. |
| Toleranzklasse | m – mittel | Damit wird die passende Rechenvariante gewählt: f – fein, m – mittel, c – grob, v – sehr grob. |
Mit diesen Angaben lautet die Hauptausgabe ± 0,3 mm. Für den Toleranzen-Rechner gilt in diesem Musterlauf: Allgemeintoleranz für Längenmaße nach ISO 2768-1, Toleranzklasse M.
- Maßbereich: 30 – 120 mm
- Maximalmaß: 50.3 mm
- Minimalmaß: 49.7 mm
Toleranzen-Rechner: Wie stark wirkt „Nennmaß“?
Beim Vergleich zum Toleranzen-Rechner bleibt jede Eingabe unverändert; nur Nennmaß wird angepasst. Am Toleranzen-Rechner wird dadurch sichtbar, ob dieser Wert die Hauptausgabe, einen Schwellenwert oder nur eine Zusatzangabe verändert.
| Rechenlauf | Nennmaß | Ausgabe |
|---|---|---|
| Ausgangswert | 50 mm | ± 0,3 mm |
| Vergleichswert | 60 mm | ± 0,3 mm |
Die gerundete Hauptausgabe bleibt in diesem Vergleich gleich. Das kann an Rundung, Mindestwerten oder einer stufenweisen Regel liegen; prüfen Sie deshalb auch die Detailwerte im Ergebnisfeld.
Toleranzen-Rechner: Plausibilität in vier Schritten
Der Toleranzen-Rechner kann nur die Angaben verarbeiten, die tatsächlich eingetragen wurden. Vor einer Entscheidung sind deshalb vier Kontrollen sinnvoll:
- Beim Toleranzen-Rechner: Zwischenergebnisse nicht unnötig runden; erst die Endausgabe passend kürzen.
- Beim Toleranzen-Rechner: Für Konstruktion und Sicherheit die einschlägigen Normen und Sicherheitsbeiwerte ergänzen.
- Beim Toleranzen-Rechner: Alle Größen vor der Eingabe auf die angezeigten Einheiten umrechnen.
- Beim Toleranzen-Rechner: Messauflösung, Bauteiltoleranzen und Rundung getrennt vom Formelwert betrachten.
Der erste Kurztest für Toleranzen-Rechner ist die Größenordnung: Passt die Ausgabe zu den eingegebenen Mengen, Zeiten oder Beträgen? Danach folgen Einheit und Zeitraum. Beim Toleranzen-Rechner ist erst der dritte Schritt ein weiteres Szenario oder der Abgleich mit einer externen Unterlage. Eine auffällige Abweichung im Toleranzen-Rechner verlangt eine Kontrolle der Eingaben und Annahmen; sie beweist für sich allein keinen Formel- oder Programmfehler.
Referenzdaten für den Toleranzen-Rechner
Die Referenztabelle des Toleranzen-Rechner bildet das veröffentlichte Formular vollständig ab. Sie zeigt keine erfundenen Durchschnittswerte: Der Beispielwert stammt aus der Voreinstellung, der zulässige Bereich aus der Felddefinition und die Bedeutung aus dem Rechenweg dieser Seite.
| Eingabe | Beispielwert | Zulässige Werte | Wirkung im Toleranzen-Rechner |
|---|---|---|---|
| Nennmaß | 50 mm | 0,5 mm bis 4.000 mm | Nennmaß wird beim Toleranzen-Rechner als eigenständiger Eingabewert verarbeitet. |
| Toleranzklasse | m – mittel | f – fein · m – mittel · c – grob · v – sehr grob | Toleranzklasse wählt beim Toleranzen-Rechner eine der ausdrücklich hinterlegten Rechenvarianten. |
Für den Toleranzen-Rechner sollten Messwert, Datenblattwert und Einheit aus demselben Betriebszustand stammen. Millimeter, Meter, Newton und Kilonewton müssen vor dem Einsetzen eindeutig zugeordnet sein.
Prüfbare Szenarien zum Toleranzen-Rechner
Die folgende Tabelle wurde mit derselben Funktion erzeugt, die nach dem Klick auf „Jetzt berechnen“ läuft. Beim Toleranzen-Rechner wird für einen Vergleich immer nur die genannte Angabe geändert. So lässt sich erkennen, ob die Ausgabe proportional, stufenweise oder durch eine Mindest- beziehungsweise Höchstgrenze reagiert.
| Szenario | Veränderte Angabe | Berechnete Ausgabe |
|---|---|---|
| Voreinstellung | Formularwerte wie beim ersten Öffnen | ± 0,3 mm |
| Niedrigerer Vergleich | Nennmaß: 37,5 mm | ± 0,3 mm |
| Höherer Vergleich | Nennmaß: 62,5 mm | ± 0,3 mm |
Der Basislauf des Toleranzen-Rechner ergibt ± 0,3 mm. Allgemeintoleranz für Längenmaße nach ISO 2768-1, Toleranzklasse M. Für den eigenen Kontrolllauf eignet sich besonders „Nennmaß“: Ändern Sie nur dieses Feld und vergleichen Sie anschließend den vollständigen Ergebnisblock.
Grenzen, Quellen und Datenstand beim Toleranzen-Rechner
Der Toleranzen-Rechner verarbeitet nur die oben genannten Eingaben. Nicht automatisch enthalten: Messunsicherheit, Sicherheitsbeiwerte, Normvorgaben und fachliche Freigaben bleiben eigenständige Prüfungen.
Die Links sind nach ihrer Rolle gekennzeichnet. „Rechtsgrundlage“ oder „Berechnungsregel“ bezeichnet eine konkrete Vorgabe; „Einordnung“ ist eine weiterführende Fachstelle und kein Beleg dafür, dass jeder dort veröffentlichte Wert Teil der Formel des Toleranzen-Rechner ist.
- BIPM – Internationales Einheitensystem (SI)Einheiten und Definitionen
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt – EinheitenMessgrößen einordnen
- DIN – Normen und StandardsAnwendbare Normen recherchieren
Prüfreihenfolge: Zuerst Eingaben und Einheiten des Toleranzen-Rechner kontrollieren, danach den Rechenweg mit einem Szenario testen und erst anschließend Datenblatt, Messprotokoll oder technische Zeichnung oder eine zuständige Fachstelle heranziehen. Bei rechtlichen, medizinischen, steuerlichen oder statischen Entscheidungen reicht eine Online-Berechnung allein nicht aus.
Das Ergebnis dient der Orientierung. Bei gesetzlichen, finanziellen, medizinischen oder baulichen Entscheidungen sind der Einzelfall und die zuständige Fachstelle maßgeblich.
Häufige Fragen
Was bedeutet ISO 2768-m?
Die mittlere Toleranzklasse für Allgemeintoleranzen – der häufigste Standard im Maschinenbau.
Wann gelten Allgemeintoleranzen?
Immer dann, wenn am Maß keine eigene Toleranz eingetragen ist.
Gilt das auch für Winkel?
ISO 2768-1 enthält auch Winkeltoleranzen; dieser Rechner behandelt Längenmaße.
Was bedeutet H7/g6?
Eine enge Spielpassung: Bohrung H7 (Nennmaß bis +21 µm bei Ø20), Welle g6 (−7 bis −20 µm) – die Welle gleitet mit minimalem Spiel.
Welche Toleranz gilt ohne Angabe?
Die Allgemeintoleranz nach ISO 2768 (meist Klasse „m“): z. B. ±0,3 mm für Maße bis 120 mm.
Warum kosten enge Toleranzen so viel?
Sie erfordern feinere Verfahren (Schleifen, Reiben), mehr Ausschuss und aufwendigere Messung – jede IT-Stufe feiner erhöht die Kosten deutlich.
Welche Toleranzen schafft ein 3D-Drucker?
FDM realistisch ±0,1–0,3 mm – für Passungen Bohrungen größer konstruieren und Funktionsmaße nacharbeiten.
Wie viel Spiel für bewegliche 3D-Druck-Teile?
0,2–0,3 mm zwischen den Flächen – Scharniere und Schieber laufen dann ohne Nacharbeit.
Welche Angaben brauche ich für Toleranzen-Rechner?
Bereiten Sie Nennmaß und Toleranzklasse vor. Verwenden Sie möglichst Werte aus Messung, Vertrag, Abrechnung oder einer anderen passenden Originalunterlage. Die Einheiten stehen direkt am jeweiligen Eingabefeld.
Wie kontrolliere ich ein Ergebnis beim Toleranzen-Rechner?
Rechnen Sie zuerst den vollständigen Ausgangsfall und notieren Sie die Ausgabe. Ändern Sie danach nur eine Eingabe und vergleichen Sie erneut. Der dokumentierte Beispielslauf auf dieser Seite ergibt ± 0,3 mm und dient als technischer Funktionstest, nicht als Vorgabe für Ihren persönlichen Fall.
Welche Eingabe lässt sich für einen Szenariovergleich ändern?
Auf dieser Seite eignet sich beispielsweise Nennmaß. Der veröffentlichte Vergleich verändert nur diesen Wert von 50 mm auf 60 mm. So bleibt erkennbar, wodurch sich die Ausgabe verändert.
Welche Grenzen hat der Toleranzen-Rechner?
Der Rechner verarbeitet ausschließlich die sichtbaren Eingaben. Messunsicherheit, Sicherheitsbeiwerte, Normvorgaben und fachliche Freigaben bleiben eigenständige Prüfungen. Prüfen Sie das Ergebnis deshalb mit den auf dieser Seite genannten Unterlagen und Fachstellen.